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Stiftung Astrologie und Erkenntnis

 

                                               Urworte - Orphisch

                                                      

                                                       1.Urwort

 

                            Wie an dem Tag, der Dich der Welt verliehen

                                 Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,

                                 Bist alsobald und fort und fort gediehen

                                 Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.

                           So mußt du sein, Dir kannst du nicht entfliehen,

                                Das ändern nicht Sibyllen, nicht Propheten;

                             Und keine Zeit und keine Kraft zerstückelt

                             Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

                                                                                         Goethe

 

Johann Wolfgang  Goethe (1989): Sämtliche Werke nach Epochen seines Schaffens -- Münchner Ausgabe - Carl Hanser Verlag -  Band 12 - Zur Morphologie(1820)  I 2 S.91-  Zeilen 1 bis 8

Herausgegeben von: Becker, Hans J. von: Zur Naturwissenschaft überhaupt, besonders zur Morphologie. Erfahrung, Betrachtung, Folgerung, durch Lebensereignisse verbunden.

 

Von “A” wie Astrologie bis “W” wie Wissenschaft

www.vonabisw.de

Astrologie im Radio: Astrologie und Recht am 17. März 2011

www.astrologieimradio.astrologiedhs.de

 

 

http://www.amazon.de/s/ref=ntt_athr_dp_sr_1?_encoding=UTF8&search-alias=books-de&field-author=Volker%20H.%20Schendel

 

Stiftung Astrologie und Erkenntnis: 

http://www.sae.astrologiedhs.de/

email: volker@astrologiedhs.de

 

Tarotintensivseminar in Hannover

http://www.tarotseminar.astrologiedhs.de/

 

Astrologie im Radio: Astrologie und Recht am 17. März 2011

http://www.astrologieimradio.astrologiedhs.de/2.html

 

Fort- und Weiterbildung für praktizierende AstrologInnen in der Astrologieakademie der Stiftung Astrologie und Erkenntnis:

http://www.astrologieakademie.astrologiedhs.de

 

 

Mit dem Erscheinen von Band 12 der Schriftenreihe ist die ehrenamtlich mögliche Arbeit abgeschlosssen.

.

Die Informationen zur Schriftenreihe gibt es hier:

http://www.sae.astrologiedhs.de/html/literaturliste.html

 

Deutschsprachige astrologische Organisationen:

http://www.astrologenverband.de/modules/verband/index.php?tid=24&tt=Verband#AstroErkenntnis

 

 

 

Dr. Christoph Schubert-Weller: Philosophische Fragen der Astrologie:

(Hg.)Volker H. Schendel - Band 2 der Schriftenreihe Astrologie und Erkenntnis [Gebundene Ausgabe]

http://www.amazon.de/Dr-Christoph-Schubert-Weller-Philosophische-Schriftenreihe/dp/3842341326/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1301575300&sr=1-4

kann zur Zeit bei den nachfolgenden Bibliotheken ausgeliehen werden:

1.)  Universitätsbibliothek Freiburg

2.)  Universitätsbibliothek Kiel

3.)  Universitätsbibliothek Graz

4.)  Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

 

 

 

Die “Apokryphen der Astrologie” (1. oder 2. Auflage) können per Fernleihe von folgenden Bibliotheken ausgeliehen werden:

Universitätsbibliotheken (UB) und Landesbibliotheken:

1.   Leibniz-Universität Hannover (LUH) - (TIB/UB)

2.   UB Bayreuth

3.   Bayerische Staatsbibliothek München

4.   UB Regensburg

5.   Staatsbibliothek zu Berlin

6.   UB Kiel

7.   Gottfried-Wilhelm-Leibniz (GWL) Bibliothek = Nds. Landesbibliothek

8.   Zentralbibliothek Zürich

9.   UB-Münster - Gemeinschaftsbibliothek der Katholischen-Theologischen Fakultät

10. UB Freiburg - IGPP

11. UB Konstanz

12. Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

 

 

 

“Astrologie und Recht - die astrologische Beratung - eine Herausforderung” kann per Fernleihe von folgenden Bibliotheken ausgeliehen werden:

1. Universitätsbibliothek Kiel

2. Universitätsbibliothek Regensburg

3. Universitätsbibliothek Freiburg - IGPP

4. Universitätsbibliothek Wien

5. Bibliothek des Bundesgerichtshof in Karlsruhe

6. Universitätsbibliothek Rostock

7. Staatsbibliothek zu Berlin

 

“Astrologischer Forschungstag zur Dissertation von Dr. Peter Niehenke: "Kritische Astrologie - Zur erkenntnistheoretischen und empirisch-psychologischen Prüfung ihres Anspruchs" : Konsequenz und Ausblick - Philosophie der Astrologie”   - kann in folgenden Bibliotheken per Fernleihe ausgeliehen werden:

1.) Freiburg - IGPP,Universitätsbibliothek

2.) Hannover, Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

3.) Hannover, TIB/UB Hannover

4.) Kiel, Universitätsbibliothek

5.) ZB Zürich

6.) UB Salzburg

7.) UB Luzern

 

 

 

Für Anschaffungsvorschläge für öffentliche Bibliotheken (z.B. Stadtbücherei, Landesbibliothek und Universitätsbibliothek) hier einige Angaben:

 

Band 2 :Dr. Christoph Schubert-Weller: Philosophische Fragen der Astrologie: (Hg.)Volker H. Schendel [Gebundene Ausgabe] -  236 Seiten   - EUR 42,00  -  ISBN-13: 978-3842341326 ; Verlag: Books on Demand (BoD Norderstedt);

 

 

Band 6 : Apokryphen der Astrologie - 2.Auflage ; 2010 ; Volker H. Schendel (Herausgeber) ; Preis: EUR 52,00 ; Hardcover;   

656 Seiten   - Verlag: Books on Demand (BoD Norderstedt); ISBN-10:   3839170516

 

Band 8 : Astrologie und Recht - die astrologische Beratung - eine Herausforderung ; 2010 ; Autor: Volker H. Schendel ; Preis: EUR 78,00 ; Hardcover;   304 Seiten   - Verlag: Books on Demand (BoD Norderstedt); ISBN 978-3-8423-3536-3

 

 

Band 9 der Schriftenreihe; Titel: Über die Methode. Ein Dialog: Eine Verteidigung der Astrologie; 2010; Paul K Feyerabend (Autor), Volker H Schendel (Herausgeber) ; Preis: € 15,90; Taschenbuch: 84 Seiten ; Verlag: Chiron , Tübingen ;  ISBN-10:  389997199X   ;

 

Band 10 : Astrologischer Forschungstag zur Dissertation von Dr. Peter Niehenke:"Kritische Astrologie - Zur erkenntnistheoretischen und empirisch-psychologischen Prüfung ihres Anspruchs" - Konsequenz und Ausblick - Philosophie der Astrologie -  2010; Volker H. Schendel (Herausgeber) ; Preis: EUR 27,50; Hardcover;: 128 Seiten ; Verlag: Books on Demand (BoD Norderstedt);   ISBN -10:   383919931X

 

Band 11: Astrologie und Wahrheit  -  Bibliographie -  Philosophische, rechtswissenschaftliche, wahrheitstheoretische,   historiographische, religionswissenschaftliche und wissenschaftstheoretische Überlegungen zum Kulturphänomen "Astrologie" - Volker H. Schendel (Autor) - Hardcover, Verlag: Books on Demand (BoD Norderstedt);  - EUR 27,50 -116 Seiten  - 

ISBN-13: 978-3842350472

 

 

Band 12 : Astrologie und Erkenntnis; 2010; Autor: Volker H. Schendel; Untertitel:  Eine Anthologie zur Philosophie der Astrologie;  Preis € 37,-- ; Hardcover, 372 Seiten , Verlag: Books on Demand (BoD Norderstedt); ISBN 978-3-8423-3057-3

 

 

Sehr gerne begrüßen wir Sie als Netzwerker:

http://www.netzwerk.astrologiedhs.de/

 

Schriftenreihe bei Astronova, Amazon und BoD:

http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=volker+schendel

http://www.amazon.de/Astrologie-Narration-Wolfram-Eschenbachs-Parzival/dp/3837073467/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1288604217&sr=8-1

http://www.astronova.de/89201-cD0x-~suche.html?qs=+schendel

http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=356116

 

Carpe Diem - Nada Brahma - Sapere Aude

http://www.astrology-and-science.com/hpage.htm

 

http://cura.free.fr/

 

Ein sehr schönes Beispiel für die Auseinandersetzung mit "Astrologie" ist der Astrophysiker, Atomphysiker und Friedensforscher Carl Friedrich von Weizsäcker in einer Sendung des Süddeutschen Rundfunks am 07. Januar 1976, in der er ausführte, dass er in den Straßburger Fakultätszusammenhängen von Professor Bender im Jahre 1943 an einem Seminar von Tomas Ring teilgenommen und dort die Astrologie kennen gelernt habe. Er habe selbst etwa 60 Horoskope ausgearbeitet und nach den bei Thomas Ring gelernten Regeln gedeutet. Wenn er damals das Ausgearbeitete mit dem verglich, was er von den betreffenden Menschen wusste, kam er zu dem Schluss, dass an der Astrologie wohl was dran sei, nach seinen Worten eine Art „Gestaltwahrnehmung“.

Interessant war in dem Interview, dass Thomas Ring aus Sicht Carl Friedrich von Weizsäckers die Astrologie künstlerisch behandelte und dass Thomas Ring für von Weizsäcker so eine Art „Weiser“ war.

Von Weizsäcker konnte sich als Physiker keinen Reim darauf machen, was nach seiner Auffassung eigentlich der Fall hätte sein müssen, wenn die Astrologie empirisch wahr wäre. Er habe andererseits den Eindruck gewonnen, einfach in der Beschäftigung damit, dass empirisch etwas dran sei.

 

Wörtlich Carl Friedrich von Weizsäcker:

  • „Ich bin zwar skeptisch gegen die Astrologen, ich bin aber auch skeptisch gegen die Meinung der Physiker, nur das kann wahr sein, was sie selbst schon verstanden haben.“
  • Von Weizsäcker berichtete dann von einem Mitarbeiter, der an die Astrologie glaubte und diese gern beweisen wollte. Von Weizsäcker ermöglichte ihm daraufhin eine sorgfältige statistische Prüfung horoskopischer Zusammenhänge, sagte ihm aber gleichzeitig voraus, dass mit statistischen Methoden die Astrologie nicht beweisbar sei. Nach Abschluss seiner Arbeit war dieser Mitarbeiter dann von der Astrologie völlig geheilt. Die ganzen statistischen Korrelationen, die die Astrologen behaupten, stellten sich ausschließlich als schlecht ausgewertete Statistik heraus.

    Zusammenfassend ist nach Auffassung von von Weizsäcker die Naturwissenschaft nicht weit genug entwickelt, um sagen zu können, dass die Astrologie nicht wahr, und auch nicht weit genug entwickelt, um sagen zu können, welche Zusammenhänge astrologischer Art bestehen, wenn die Astrologie wahr sei.

     

     

    Johannes Kepler und die Astrologie

    Kepler, Johannes; Hamel, Jürgen (2004): Tertius interveniens. Warnung an etliche Gegner der Astrologie, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten.
    1. Aufl. Frankfurt am Main: Deutsch-Verlag (Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, 295).

    Jürgen Hamel schreibt in dem einführenden Kapitel „Johannes Kepler – Leben und Werk“ S.10:

     

    „Der astrologische Gedanke in Keplers Werk:

    Über Keplers Stellung zur Astrologie ist viel gestritten worden. War er ein Gegner der Astrologie, war er ein Astrologe? Keplers Forschung war bestimmt von der Suche nach harmonischen Strukturen im Weltbau, dies eingebettet in die Vorstellung von der Welt als Produkt eines göttlichen Wesens, das die Welt nur in einer geordneten Weise erschaffen haben kann. Ein erstes Resultat seiner Suche nach diesen harmonischen Strukturen legte er in seinem wissenschaftlichen Erstlingswerk, dem „Mysterium Cosmographicum“, vor. Mit Hilfe der fünf regelmäßigen Polyeder („platonische Körper“) entwickelte er die Struktur des Planetensystems auf heliozentrischer Basis – das Weltsystem des Copernicus‘ hatte er schon in seinen Studien in Tübingen bei Michael Mästlin kennen gelernt. Und diese Suche sollte für Keplers Forschen bestimmend bleiben. Sie führte Kepler schließlich zu seinen Gesetzen der Planetenbewegung und bestimmte sein Bild der Astrologie. Während seines ganzen Lebens beschäftigte sich Kepler mit der Verbindung zwischen den Himmelskörpern und der Erde, besonders den Menschen, mit der Astrologie. Die damit verbundenen Fragen durchziehen seine wichtigsten Werke, auch die, bei denen wir es, beeinträchtigt vom Bild der heutigen Astrologie, nicht vermuten würden.“

     

    Im nächsten Kapitel „Kepler und die Astrologie – „Tertius interveniens““ schreibt Hamel:

     

    „Was in den Kalendern, die Kepler verfasst hatte, nur stets eine Nebenbemerkung sein konnte, fasste Kepler erstmals in der kleinen lateinischen Schrift „De fundamentis Astrologiae certioribus […] cum prognosi physica anni […]“ 1602 zusammen. Kepler hatte Gelegenheit, sich im Zusammenhang mit seinen Kalenderarbeiten mit den Grundlagen der Astrologie intensiv zu beschäftigen und fasste seine damaligen Ansichten in 75 Thesen zusammen. Diese liegen ganz in der Entwicklung, die Kepler später 1610 im Tertius interveniens“ ausführlich zeigt. Nach der äußeren Form handelt es sich hierbei um eine Auseinandersetzung mit zwei Arbeiten zur Astrologie: des für die Astronomie nicht unbedeutenden Heliaeus Röslin (1545 bis 1616), Leibarzt des Pfalzgrafen von Pfalz-Veldenz und des Grafen von Hanau-Lichtenberg, mit Kepler persönlich gut bekannt und von diesem geschätzt sowie Philipp Feselius, der in seiner kurz zuvor erschienenen Arbeit „Gründtlicher Discurs von der Astrologia Judiciaria“, Straßburg 1609 eine Ablehnung der Astrologie vorlegte, die ob ihrer teilweisen Kurzschlüssigkeit Keplers Kritik erregte.

    In dieser Arbeit fasst Kepler sein Bild der Astrologie zusammen, das im eigentlichen Sinne ein naturphilosophisches Programm ist, wie es der durchaus vom Neuplatonismus und Pantheismus, der Lehre einer Allbelebtheit der Natur, beeinflussten Philosophie seiner Zeit entsprach. Die von ihm zur Grunde gelegte Teilung der Astrologie in die natürliche und die judiciarische, also die voraussagende war nicht neu. Neu war jedoch Keplers konsequente Reduzierung der Astrologie auf die Aspektenlehre und den davon gebildeten Ableitungen, während er wichtige andere Bestandteile der Astrologie seiner (und unserer!) Zeit strikt und in einer vielfach sprachlich sehr schönen Form zurückwies […] Er akzeptiert die Kritik an der Astrologie in weiten Teilen, doch mahnt er, angesichts der vielen berechtigten Kritikpunkte, nicht auch die bewahrenswerten Bestandteile astrologischer Lehren, die Goldkörner, abzulehnen, eben nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Und diese Verteidigung der Astrologie, in dem von ihm entwickelten Sinne, ist dann eine dreifache, ist philosophisch, theologisch und ethisch.“

     

    Johannes Kepler in „Tertius interveniens“ S.48 aaO (in milder Modernisierung des Textes):

     

    „Tertius interveniens. Das ist: Warnung an D. Philippum Feselium und etlichen mehr Philosophos, Mediocos und Theologos, dass sie bey Verwerffung der Astrologiae nicht das Kindt mit dem Bad außschütten – […]“

    S.55 aaO:

    „und also zu Lob Gottes des Schöpfers, zu welchem der Mensch erschaffen, bei der studierenden Jugend neben der Astronomia auch die Astrologia, wiewohl sie übel befleckt und nicht ohne gebrechliche Gedanken exerziert werden mag, nicht unvernünftiglich geduldet […] werde.“

    S.57 aaO:

    „eigentliches fürhaben dieser Schrift: dass nämlich in der Astrologia viel großer Geheimnissen der Natur verborgen liegen. Soll also, wie anfangs gemeldet worden, niemand für ungläublich halten, dass aus der astrologischen Narrheit und Gottlosigkeit nicht auch eine nützliche Witz und Heiligtum, aus einem unsauberen Schleim nicht auch ein Schnecken, Müschle, Austern oder Aal zum Essen dienstlich, aus dem großen Haufen Raupengeschmeiß nicht auch ein Seidenspinner und endlich aus einem übelriechenden Mist nicht auch etwas von einer emsigen Henne ein gutes Körnlein, ja eine Perle oder Goldkorn herfür gescharrt und gefunden werden könnte.

    Wie nun ich hier vor solcher köstlicher Perlen und Körnlein etliche, als nämlich in meinem fundamentis Astrologiae certioribus, Item in libro de stella Serpentarii, aus der Astrologia herfür gelegt, und die Liebhaber natürlicher Geheimnisse solche zu besehen, zu erkennen und zu verschlucken her zu gelockert: also hab ich mir das selbige auch in diesem Traktätlein zu tun, und hierüber mich wider etliche Theologos, Mediocos und Philosophos, welche den Mist miteinander allzu frühe ausführen, und ins Wasser schütten wollen, in einen Kampf eingelassen, fürgenommen, nicht zweifelnd, wann sie mein nützliches Unterfangen und was ich aus der Astrologia Gutes aufzuklauben vorhabe, verspüren, sie mich und andere hieran nicht hindern, sondern mit der Astrologia füraus bescheidener verfahren werden.

    Dann das solche bisher der Naturkündigung zu nahe kommen und das Kindt mit dem Bade ausschütten wollen, ist die meinste Schuld an den Astrologis selbst gewesen, welche nicht allein mit übermächtigen schändlichen Missbräuchen, die darunter verborgene heilsame Wissenschaft verdächtig gemacht und beschrien: sondern auch von dem Guten, darum ich mich annehme, selber wenig gewusst, das Kindt meinsten Teils selber nicht gekennet, sondern nur in dem unsauberen Bad umgespület haben.“

    (Kepler setzt sich dann im Einzelnen mit der Gegnerschrift von Feselius zur Astrologie auseinander.)

     

    Strauss, Heinz-Artur (1981): Die Astrologie des Johannes Kepler. Eine Ausw. aus seinen Schriften. Fellbach: Bonz. S.13 – Strauss schreibt: „Es sind von autoritativer Seite allzu viel entschiedene und folgenreiche Worte über die Astrologie Keplers gesprochen worden, als dass es möglich wäre, sich ohne Berücksichtigung der geltenden Meinungen unbefangen dem strittigen Thema zu nähern. All diese Meinungen sind im Grunde Einwendungen, die ihren Ursprung aus der strikten Negation einer Möglichkeit des astrologischen Phänomens nehmen. Dies musste folgerichtig entweder zur Verwerfung der ganzen Geistesseite Keplers, die sich zu den astrologischen „Wahnideen“ bejahend stellte, führen oder, wenn irgend möglich zum Nachweis, dass eine Bejahung von Seiten Keplers überhaupt nicht oder in keiner redenswerten Weise stattgefunden habe. […] Am häufigsten findet sich der Einwurf, Kepler sei auf den Erwerb seines Unterhaltes durch das astrologische Prophezeien angewiesen gewesen. Ferner soll er durch seine Ämter genötigt und also lebenslänglich zum astrologischen Frondienst verdammt gewesen sein. Es bleibt ein Verdienst von Norbert Herz […], der den Beweis lieferte, dass Kepler einen gewissen Teil der Astrologie – und zwar den wesentlichsten – sein ganzes Leben hindurch beibehielt; dass er ferner aus dieser Beibehaltung keinen Hehl machte und dass er endlich, wo er wirklich unter Zwang und unter dem Druck pekundärer Verhältnisse handelte – was beides durchaus nicht immer der Fall war – sich stets die Freiheit seiner Rede wahrte.“

     

    Yates, Frances Amelia; Zahn, Eva (1975): Aufklärung im Zeichen des Rosenkreuzes. Stuttgart: Klett. S.232 – Yates schreibt: „Kepler war noch tief in hermetische Einflüsse verstrickt, behauptete aber trotzdem 1619 in seinem Werk „Harmonices Mundi“, dass er seine astronomische Schrift nur als Mathematiker verfasst habe und keineswegs als Hermetiker.“

     

    Brosseder, Claudia (2004): Im Bann der Sterne. Caspar Peucer, Philipp Melanchthon und andere Wittenberger Astrologen. Univ., Diss.--München, 2002. Berlin: Akad.-Verl. S.300. – Brosseder schreibt: „Viele Historiker, die sich eingehend mit Johannes Keplers ambivalentem Verhältnis zur Astrologie beschäftigten, haben aufgezeigt, wie Keplers kosmologische Vorstellungen in seinem „Mysterium Cosmographicum“ (1596) und in seiner „Hamonices Mundi“ (1619) von astrologischen Annahmen durchdrungen sind. So haben sie Keplers anfängliche Unentschiedenheit gegenüber der judicialen Astrologie erforscht, und darauf verwiesen, wie er mehrere Horoskope für so berühmte Klienten wie die Habsburger, für Wallenstein und etliche andere erstellt hatte. Drei Schriften verfasste Kepler, in denen er sich zur Astrologie ausführlich äußerte: Seine Schrift „De fundamentis Astrologiae certioribus“ (1601), „De Stella nova“ (1606) und nachdem er sein astronomisches Hauptwerk „Astronomia nova aitio logetos“ (1609) publiziert hatte, sein „Tertius interveniens“ (1609). Bis in der Jahr 1606 hinein schrieb er Briefe, in denen er sich einmal für, ein andern mal gegen die judiciale Astrologie aussprach […] Als Kepler 1609 seine wichtigste Schrift, den „Tertius interveniens“, verfasste, hatte er erkannt, dass sich die Vorstellungen der Wittenberger zur Astrologie, um die herum von Zeit zu Zeit dunkle Wolken einer astrologischen Streitkultur zusammenbrauten, heillos verfahren hatten – ohne jemals ein zufriedenstellendes Ergebnis in Fragen der Verlässlichkeit oder der Rechtmäßigkeit der Astrologie zu erlangen. […] In dieser Debatte beschritt Kepler einen neuen Weg, um das zu verteidigen, was in seinen Augen an der Astrologie bedenkenswert war. Er stellte eine abgespeckte Version der Astrologie vor, in der er das Licht und die Planetenaspekte analysierte, um damit die Inklinationen vorhersehen und analysieren zu können. Damit wollte er die Astrologie retten.“

     

    Nicholas Campion zur Astrologie:

     

    Langzitat aus Campion, Nicholas (2009): A History of Western Astrology - Volume II. The medieval and modern worlds. 1. publ. London: Continuum. S.X ff (in freier Übersetzung)

     

    „In der gegenwärtigen Situation des Jahres 2009 findet sich Astrologie einerseits als akzeptierter Teil der allgemeinen Öffentlichkeit wieder und andererseits wird sie verächtlich und lächerlich gemacht und der offenen Feindseligkeit ausgesetzt, sowohl von religiösen Kreisen als auch aus wissenschaftlichen Zirkeln.

    Die letzten drei Jahrhunderte waren mehr ein Eisenzeitalter als ein goldenes Zeitalter für die Astrologie. […] Im 5. Jahrhundert n.Chr. kollabierte die Astrologie gewissermaßen. Im 12. Jahrhundert wurde sie wiederbelebt und Ende des 17. Jahrhunderts kollabierte sie erneut bzw. tat sie das tatsächlich? Wir werden sehen, dass die Wahrheit komplexer ist als diese einfachen Simplifikationen. Selbst in den Zeiten, von denen davon ausgegangen wird, dass die Astrologie kollabiert war, finden wir in den Hintergrundszenarien lebendige Akteure, die sich zeitweilig einfach unter anderen Etiketten verbargen. […]

    Astrologie ist keine einzelne, bestimmte Technik oder Praxis oder Idee; Astrologie beinhaltet verschiedenartigste Erzählweisen und Techniken und Weltbilder über die Natur der Welt.

    Wenn wir die Geschichte der Astrologie sorgfältig analysieren, werden wir feststellen, dass in jeweils unterschiedlichen Varianten Astrologie als Magie, als magisches System, als System der Vorhersage, als Modell für psychologische Entwicklungsstrategien, als Wissenschaft, als spirituelles Werkzeug, als Religion, als Divinationssystem und ähnliches vertreten und angeboten wurde. Dabei ist zu beachten, dass diese Bezeichnungen sich keineswegs gegenseitig ausschließen.

    Es gab in der Geschichte der Astrologie immer miteinander im Wettkampf stehende Argumentationsstränge und variierende technische Systeme.

    Astrologie kann praktiziert werden, um heilige Ziele zu erreichen (die Vereinigung der Seele mit dem Göttlichen), sie kann andererseits auch ganz profane Ziele verfolgen, Gewinnstreben, die Einnahme des gegnerischen Schlosses, Astrologie kann trivial angewendet werden, um verlorene Gegenstände wiederzufinden (Stundenastrologie) oder Astrologie kann ganz seriös und lebensbestimmend in die Lebenssituation integriert werden, und schließlich kann Astrologie für Todesprognosen verwendet werden.[…]

    Astrologie kann eine großartige Erzählung sein, eine Metageschichte, die in Anspruch nimmt, alles und jedes erklären zu können, von dem eigenen gefühlsmäßigen Zustand bis zur persönlichen Zukunft und der Zukunft von Völkergemeinschaften.

    Kulturelle Veränderungen und Entwicklung der Börsenkurse sind Gegenstand astrologischer Untersuchungen und Vorhersagen. Wer wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und andererseits wie war die letzte Inkarnation einer konkreten Person beschaffen?

    In den Gemeinschaften der weltweiten Astrologie gab es immer heftige Debatten darüber, was astrologische Praxis leisten kann und vor allem, was sie nicht leisten kann.

    In den letzten 2.000 Jahren haben Astrologinnen und Astrologen erbittert gestritten zu der Frage, ob, wie und in welcher Tiefe Astrologie die Zukunft vorhersagen kann.

    […]

    Astrologie bietet einen Rahmen an mit Mustern, innerhalb derer sonst zufällig erscheinende Ereignisse sinnhaft interpretiert werden. Insofern kann Astrologie im Sinne des Soziologen Max Weber als Theodizee verstanden werden, wo sonst unerklärliche Vorfälle und Zufälle und Schicksalsschläge, gute wie schlechte, einem Sinn zugeführt werden. Der astrologische Kosmos ist schön und perfekt geordnet – […] Insofern ermöglicht Astrologie, Überlebensstrategien zu entwickeln, gewissermaßen mit dem Himmel in Kommunikation zu treten, um die täglichen Angelegenheiten besser zu verstehen und zu organisieren. […]

    Astrologie ist allerdings grundsätzlich schwer so auf den Punkt zu bringen, dass eine einzige Art von Ideen bzw. Ideenkategorien oder Praktiken letztlich das astrologische Bild ergeben. Dies ist wiederum für die Historiker eines der Hauptprobleme bei der Interpretation der Astrologiegeschichte. […]

    Ich folge einem Definitionsansatz, der es ablehnt, Astrologie in eine Beziehung zu setzen zu wissenschaftlichen oder religiösen Kategorien. Vielmehr ist es von Bedeutung und notwendig, Astrologie innerhalb ihres eigenen Paradigmas und Diskurses verstehen zu lernen, bevor man geschichtswissenschaftlich den Versuch unternehmen kann, sie mit anderen Erklärungssystemen in Beziehung zu setzen. Letztlich muss man die Frage beantworten, was genau der astrologische Kosmos diskursmäßig bedeutet. […]

    Dabei sind naturgemäß besondere Probleme darin zu sehen, dass wir zwar das schriftliche Material lesen und auch den Versuch unternehmen können, die alten und nicht ganz so alten Texte zu interpretieren, es bleibt jedoch die Frage, inwieweit wir uns der damals gelebten Praxis durch Lektüre annähern können. Wir haben astrologische Texte aus dem Mittelalter, die uns die komplexen Regeln überliefern, die damals von Astrologen angewendet wurden, aber wir wissen keineswegs, welche Regeln vorrangig angewendet wurden, welche genau angewendet werden mussten und welche nur im Großen und Ganzen zur Anwendung kamen. […] Genauso wenig wissen wir, wie die konkrete Beratungspraxis damals im Alltag ablief. Insbesondere, was der Klient im Verhältnis zum Astrologen für Erfahrungen machen konnte. […]

    Die Analyse der Astrologie in der Geschichte bleibt daher ein Versuch, sich über Texte und philosophische Schulen und soziale Kontexte dem Wesen der Astrologie zu nähern. […]

     

    In der Vergangenheit haben vor allem Historiker sich der Astrologie gewissermaßen „von außen“ genähert, in dem Sinne, dass sie die astrologischen Techniken und Praktiken und theoretischen Hintergründe in die jeweils sozialen und politischen Kontexte gestellt haben. Dies ist eine völlig zulässige Herangehensweise, allerdings kann sie uns nicht das gesamte Bild liefern. Um zu verstehen, welche Attraktivität Astrologie in ihrer Hochblüte auf die Menschen ausübte und warum, ist es notwendig und nicht zu umgehen, ihre eigene Sprache verstehen zu lernen, die Mittel, mit denen ihre Ansprüche und Ziele gerechtfertigt wurden und wie die Alltagspraxis aussah.

    Die uns dafür zur Verfügung stehenden Interpretationstechniken der Geschichtswissenschaften sind dabei in Kombination mit Philosophie und Soziologie hilfreich, aber nicht immer ausreichend, sodass ein letzter Rest von Zweifel für unser Verständnis bestehen bleibt. […]

     

    Die Astrologiegeschichte konfrontiert uns mit bestimmten terminologischen Schwierigkeiten, wie sie auch schon J.R.R. Tolkien in seiner Diskussion von „Verzauberung“ und „Magie“ begegnet sind. „Übernatürlich“, so schrieb er, „ist ein gefährliches und schwieriges Wort in allen seinen Bedeutungsfacetten.“ Tolkien sah damals schon, dass die Unterstellung, dass es eine Welt gibt, eine Sphäre der Existenz, die komplett verschieden ist von unseren normalen Vorstellungwelten, Schwierigkeiten bereitet. Ein Glaube, der es natürlich ausschließt, mit naturwissenschaftlichen Methoden analysiert zu werden. […]

    Das Übernatürliche ist mysteriös, entfernt und insofern verborgen. Insofern ist in der Astrologie natürlich immer der Begriff „okkult“ verwendet worden, als verborgenes Wissen, wie z.B. in Agrippas Büchern über die okkulte Philosophie und Magie. […]

    Hier streift die Diskussion um die Astrologie die Diskussion zu der Kategorie „Esoterik“. […] Dabei bedeutet Esoterik „inneres Wissen, innere Weisheit“ im Gegensatz zur Kenntnis der äußeren Welt, setzt sich insofern von den materialistischen Weltanschauungsstrategien, insbesondere der heutigen Naturwissenschaft, deutlich ab. Insofern wird durch solche Begriffe wie „okkult“ und „esoterisch“ Astrologie von den heutigen zentralen Kategorien europäischen Lebens und wissenschaftlicher Fundierung distanziert.

     

    Kategorien wie „übernatürlich“, „okkult“, „esoterisch“

    (Stuckrad, Kocku von (2004): Was ist Esoterik? Kleine Geschichte des geheimen Wissens. München: Beck. S.7. Stuckrad schreibt: „Die wissenschaftliche Forschung zur Esoterik hat bis heute noch keinen Konsens darüber erzielt, was eigentlich genau unter „Esoterik“ zu verstehen ist und welche Methode sich am besten dafür eignet, dieses Phänomen zu studieren.“;

    Sterneder, Hans (1993): Tierkreisgeheimnis und Menschenleben. 4. Aufl. Freiburg im Breisgau: Bauer (Esotera-Taschenbuch). S.8. – Sterneder ist ein Vertreter der okkult-esoterischen astrologischen Tradition. Er schreibt: „Aus dem Geiste des Tierkreiswissens ist noch wie eine schmerzliche Mischung von Trotz und höchstem Liebesdienst, während ihn die Kirche unerbittlich verfolgt, der höchste Schatz des Abendlandes und der stolzeste Glanz des Christentums entstanden.“;

    Merz, Bernd A. (1991): Die Esoterik in der Astrologie. Freiburg i.Brsg.: Bauer. S.7. Merz schreibt: „Astrologie gehört zur Esoterik, ist sicher sogar die Basis der Esoterik; denn was wäre die Esoterik ohne die Astrologie?“;

    Leuenberger, Hans-Dieter (1993): Das ist Esoterik. Einführung in esoterisches Denken. 6. Aufl., 46. - 50. Tsd. Freiburg im Breisgau: Bauer. S.7. Leuenberger schreibt: „Es ist mir ein Anliegen zu zeigen, dass Esoterik nicht einfach ein anderes Wort für alternativ, grün, versponnen oder gar verschwommen ist, sondern dass mit Esoterik eine jahrtausendealte geistige Tradition der Menschheit bezeichnet wird, zu der wir, wenigstens im Westen, im Verlauf der letzten Jahrhunderte mehr und mehr den Kontakt verloren haben, die aber die einzige Chance bietet, die Herausforderungen der kommenden Epoche zu bestehen.“)

     

    versuchen allerdings vergeblich, dasjenige Bewusstsein hervorzurufen der kompletten Integration mit dem Kosmos als Ziel astrologischer Erfahrung wie Lévy-Bruhls „Participation mystique“.

    Wir haben hier das Problem vor uns, dass das naturastrologische Wissen und ihr Wissensanspruch oft schwierig festzumachen sind und es deswegen eine Kluft zwischen Ontologie und den Annahmen der Astrologen gibt.“

     

     

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